We are working hard to finish our amazing new website!

 

licu

 

 

 

 

 1. DIE IDEE
• Die LICU Life & Culture Factories (im Folgenden LICU genannt) realisiert gesellschaftliche und ökonomische Modelle in Lebens- und Arbeitsgemeinschaften, in denen ein breites Spektrum an bisher ausgegrenzten Menschen am kulturellen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können.
• Dazu entwickelt LICU Lebensstile bzw. eine Lebenskultur die psychischen und somatischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft vorbeugen.

2. DIE SITUATION
Durch die zunehmende Leistungsverdichtung in unserer Gesellschaft werden immer mehr Menschen zu Außenseitern. Arbeitsplätze für geringer Qualifizierte werden im großen Stil in Billiglohnländer ausgelagert. Immer mehr Menschen können sich nicht mehr produktiv in das gesellschaftliche Leben einbringen, verlieren an Selbstwert und Lebensfreude. Teure Hilfesysteme versuchen die Auswirkungen dieser Ausgrenzung für alle Beteiligten in einem gerade noch erträglichen Rahmen zu halten oder setzen dort an, wo es eigentlich schon zu spät ist. Seit Jahrzehnten werden Sozialhilfeleistungen in einer konstanten Höhe von ca. 28 % des BIP auf eine stetig steigende Zahl von Arbeitslosen, Rentner, Kranken, Migranten etc. verteilt. Die Leistungsanforderung in den Hilfeberufen hat unter diesem Kostendruck dramatisch zugenommen, so dass es in diesen Berufsgruppen zu immer höheren Krankenständen kommt. Die von der Gesellschaft hilflos Gemachten bekommen immer weniger Leistungen und werden dadurch noch stärker aus der Gesellschaft ausgegrenzt.
Die UN-Behindertenrechtskonvention (Ende 2006) gibt einen wichtigen Impuls diesen Teufelskreis zu durchbrechen und durch ein Recht auf Inklusion die Ausgrenzung von Menschen aus der Gesellschaft zu verhindern.
Neben dieser Inklusionsaufgabe unseres bestehenden Gesellschaftssystems, gilt es auch Konzepte zu entwickeln, wie man die große Zahl von Flüchtlingen bzw. Asylbewerbern aus unterschiedlichsten Kulturen in unsere Gesellschaft aufnimmt. Bei den zu erwartenden hohen Zuwanderungsraten werden neue Strategien erforderlich sein, um die Entstehung von Parallelgesellschaften die sich feindlich gegenüberstehen zu verhindern.

3. LÖSUNGSANSATZ “REALE DORFGEMEINSCHAFTEN“
LICU schafft Orte, in dem gesellschaftliches Leben und wirtschaftliches Handeln entsteht. In dieser Community finden Menschen unabhängig von ihren Begabungen einen Platz, in dem sie ihre speziellen Fähigkeiten einbringen und wirtschaftlichen Wert stiften können.

3.1 INKLUSION – LICU VERBINDET…
In diesen “Dörfern“ soll eine neue Form von Solidargemeinschaft entwickelt werden, in denen die Produktions- und Dienstleistungsprozesse den Fähigkeiten und Talenten, aber auch den Belastbarkeitsgrenzen der Mitarbeiter angepasst werden. Das Ziel dieser Lebens-und Arbeitsgemeinschaften ist nicht die Profitmaximierung, sondern die Optimierung der Arbeits- und der Kundenzufriedenheit. Durch die räumliche Nähe verschiedener Funktionsgruppen, der Offenheit der Systeme und dem Selbstverständnis als Solidargemeinschaft werden Synergieeffekte möglich. Die Funktionsgruppen entstehen in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Organisationen aus der Umgebung.

• Alle Mitglieder dieser Solidargemeinschaft bringen ihre Fähigkeiten und Talente in einer Weise ein, dass ein ökonomisch erfolgreiches Handeln mit Kunden außerhalb der Gemeinschaft möglich ist. Im binnenwirtschaftlichem Dienstleistungs-Tausch
der Community-Mitglieder steht nicht das ökonomische Einzelinteresse im Vordergrund, sondern die persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten.
• Ausbildungswerkstatt – Werkstätten (z.B. Schreinerei, Schlosserei, Gärtnerei) mit Ausbildungsplätzen für Jugendliche oder auch Langzeitarbeitslose in Zusammenarbeit mit externen Firmen
• Arbeitsplätze - Firmen, die sich als Arbeitgeber an den Fähigkeiten der Mitarbeiter ausrichten (insbesondere Ältere, geistig, psychisch und körperlich Behinderte und Langzeitarbeitslose)
• Migrationswerkstatt - Entdecken, Entwickeln und Nutzen der Fähigkeiten der Migranten. Sprach- und Kulturtraining für und mit Migranten. Nutzen Ihrer Erfahrungen, sich in unterschiedlichsten Kultur- und Sprachräumen gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit durchzusetzen, zur Entwicklung von Inklusionsstrategien. Entwicklung von Trainingsprogrammen zum Migrationsassistenten, sowohl für Migranten, als auch für interessierte Bürger
• Eventwerkstatt - Eventagentur, Musikerziehung in Zusammenarbeit mit „helfen bewegt“
• Kindertagesstätte - 24 h , 7 Tage, für Alleinerziehende im Schichtbetrieb, mehrsprachig - um die Fähigkeit von Kindern, im Vorschulalter unterschiedliche Sprachen spielerisch zu lernen, zu nutzen
• Schulwerkstatt - ergänzendes Angebot z.B.: Sprachkurse, Medienkompetenz oder gewaltfreie Kommunikation in Zusammenarbeit mit den umgebenden Schulen
• Kultur-/Denkwerkstatt - Kulturcafé und Räume für Fortbildung und Training (Begegnungsstätte, funktionsgruppenübergreifend)
• Wohn- und Lebensräume für Alleinerziehende
• Inklusionswerkstatt - Tagesklinik mit Wohngemeinschaften für psychisch Kranke

3.1.1 KONKRETE BEISPIELE
• Alleinerziehende könnten während ihre Kinder in der Kita sind, in einer der Funktionsgruppen stundenweise arbeiten
• Handwerker, Techniker, etc., die aus dem Berufsleben wegen psychischer oder physischer Belastungseinschränkungen ausgegliedert wurden, könnten in der Ausbildungswerkstatt Jugendliche schulen, die in unserer Leistungsgesellschaft keinen Ausbildungsplatz bekommen
• ältere Arbeitslose und Rentner könnten sich im Kulturcafé, in der Kita, in der Eventagentur, in den Werkstätten stundenweise einbringen
• für die „Dörfer“ sollten Standorte bevorzugt werden, deren Sanierung bzw. Instandhaltung eine der Arbeitsfelder für die Beteiligten dieses Projektes sein sollte

3.2 GESUNDE LEBENSKULTUR - LICU ENTWICKELT…
Die Entwicklungen von LICU stützen sich auf den aktuellen Stand der psychologischen Forschung.
Zur seelischen und körperlichen Gesundheit müssen essentielle Grundbedürfnisse erfüllt werden (Grawe):
• Orientierung /Kontrolle, Selbstwirksamkeit und Autonomie
• Bindung, Gemeinschaft, Partnerschaft, in Gruppen eingebunden sein
• Lustgewinn/Unlustvermeidung
• Selbstwerterhöhung/-schutz
Darüber hinaus ist ein sinnerfülltes Leben gesundheitsförderlich (Antonovsky, Seligmann).
LICU geht davon aus, dass potentielle Kunden unserer Werkstätten diese Kultur nicht nur als sinnvoll und damit gesundheitsförderlich empfinden, sondern sich auch damit identifizieren können und als Mehrwert für Produkte und Dienstleistungen honorieren.
LICU wird seine Produktions- und Dienstleistungsprozesse, sowohl an den Bedürfnissen der am Produktionsprozess Beteiligten, als auch nach ökologischen Gesichtspunkten optimieren und den ständigen Dialog mit seinen Kunden suchen.

4. WISSENSCHAFTLICHE BEGLEITUNG
Es gibt derzeit wenige Beispiele, wie eine Gesellschaft Inklusion umfassend realisieren kann. LICU versteht sich als einen Ort mit Lebens-und Kulturwerkstätten, an dem Inklusion in den unterschiedlichsten Zusammenhängen gelebt werden soll, um Modelle für eine selbstverständliche Inklusion in der Gesamtgesellschaft zu entwickeln.
Die aktuelle Compassion-Forschung (Tanja Singer) zeigt, dass sich Mitgefühl, eine Grundvoraussetzung für gelingende Inklusion, trainieren lässt.
LICU möchte wissenschaftlich begleitet werden, um die Ergebnisse des Prozesses der Gesellschaft auf eine möglichst objektive Weise zugänglich zu machen.
Als wissenschaftliche Partnerin wäre Tanja Singer (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften , Leipzig) als renommierte Compassionforscherin eine Wunschkandidatin. Ein weiterer interessanter Partner könnte das Institut für Community Psychologie an der Fernuniversität Hagen sein.

5. STANDORTE
Als ersten Standort für LICU wird eine alte Industriebrache der Montanindustrie im Ruhrgebiet angestrebt.
Das Ruhrgebiet als Region hat eine lange Tradition, sehr unterschiedliche Menschen aus diversen Kulturen zu integrieren z.B. durch Bildung verlässlicher Arbeitsgemeinschaften im Bergbau.
Die Entwicklung einer Industriebrache bedarf vieler unterschiedlicher Berufsgruppen. Modernisierung und Instandhaltung sind Arbeiten, die gut an unterschiedlichste Arbeitstempi angepasst werden können und den Beteiligten, sowohl einen steten Aufforderungscharakter zur verändernden Gestaltung zu geben, als auch die Möglichkeit, diese Veränderung anschaulich sichtbar zu machen.

6. AUF DEM WEG ZUR ERSTEN DORFGEMEINSCHAFT
Die Kompetenzen der aktuellen Unterstützer von LICU (Prof. Dr. Eggers-Stiftung, helfen bewegt e.V., Beziehungshaus u.a.) würden es ermöglichen relativ kurzfristig in den Bereichen
• Organisation und Realisation von Events
• Seminare zu gewaltfreier Kommunikation
• Campassion Training
die operative Arbeit auf den Liegenschaften und in den Gebäuden vom Zollverein, die schon jetzt von unterschiedlichen Nutzern angemietet werden, aufzunehmen.
Mittelfristig wird die Erstellung, bzw. Instandsetzung von Immobilien angestrebt, die exklusive von den LICU-Werkstätten (Kita, Begegnungsstätten, Wohngemeinschaften, Produktionsbetriebe etc.) genutzt werden und in einer Art dörflichen Arbeits- und Lebensgemeinschaft Synergieeffekte zwischen den Werkstätten ermöglicht.

7. FINANZIERUNG
Die Finanzierung von LICU soll in Phasen erfolgen
- in der Anlaufphase durch Spenden und Sponsoren, Musik- und Sportevents
- mittelfristig durch den Verkauf von Produkten und Dienstleistung

und durch die von den Community-Mitgliedern eingebrachten und den für sie bereitgestellten
- Budgets im Rahmen der Integrativen Versorgung
erfolgen.
Das Modell LICU soll auch zeigen, dass der Inklusionsansatz dem „Hilfe-Organisations-Ansatz“ ökonomisch überlegen ist.

8. AKTUELLE AUFGABEN

Das aktuell 10-köpfige Unterstützerteam arbeitet z. Zt. an folgenden Aufgaben:
• Verbreiterung der Unterstützerbasis, insbesondere mit „Betroffenen“ im Sinne von Selbsthilfeorganisationen von aktuell ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen